Geschichte
Bevor
es die kostenlose Essensausgabe im Maria Hueber Haus in Brixen gab, haben einheimische
Wanderbettler bereits vor Jahrzehnten an Klosterpforten nach Essen gefragt und
bekamen oftmals kleine Essensreste. Aus dieser Not heraus entstand im Jahr 2000
diese Mensa im Tertiarkloster Brixen, da das Charisma des Ordens der Einsatz
für die Armen ist.
Die
Gemeinde Brixen unterstützt die Mensa. Hier ist ein Mitarbeiter der Caritas fix
angestellt, die übrigen Arbeiter sind Freiwillige, die helfen, die
Essensausgabe zu organisieren. Zwei helfen mittags und einer am Abend. Am
Wochenende arbeiten die Tertiarschwestern selbst in der Mensa, da es schwierig
ist, jemanden für diese Zeiten zu finden. Sonntagabends wird nicht gekocht,
doch die Menschen können die Reste des Mittagessens mitnehmen. Dies wurde
eingeführt, weil die Menschen das Essen dadurch mehr zu schätzen wissen und
dass es zu keiner Selbstverständlichkeit wird. Die Mensa ist das ganze Jahr über
geöffnet, auch an Festtagen, wie Weihnachten oder Ostern.
Besucher
Bei
jeder Mahlzeit kommen um die 30 Leute zum Essen, bei denen es sich um
Einheimische oder Ausländer handelt. Darunter Männer, für kurze Zeit auch
„Badanten“ und Frauen mit Kinder (meist nur für einige Tage, da sie bald vom
Haus der Solidarität oder Bezirksgemeinschaft aufgenommen werden). Die
Bedürftigen sind immer andere, denn momentan ist ein großer Wechsel bei den
Besuchern zu beobachten.
Die Tertiarschwestern reden auch mit den Besuchern bei Tisch
über ihre Probleme, doch sie achten auch darauf, dass eine gewisse Distanz
vorhanden bleibt und dass niemand seine Probleme bei anderen auslässt.
Der Angestellte der Caritas, der von der Gemeinde mitfinanziert wird,
kontrolliert die Dokumente der Besucher, die öfters kommen, denn dies ist ein
Abkommen mit der Polizei. Besucher bekommen auch einzelne Mahlzeiten ohne ein
Dokument zu besitzen, wenn sie nicht öfters auftauchen. Er spricht nebenbei
auch mit der Bezirksgemeinschaft ab, ob der Besucher die Mensa überhaupt braucht.
Doch auf Dauer kommt niemand in die Mensa, der es nicht wirklich nötigt hat.
Manchmal kommen auch Menschen, die durch das Land reisen. Weiters kommen viele
Menschen, die gerade ihren Arbeitsplatz verloren haben.
Essen
Die
Schwestern bekommen viel Essen geschenkt, doch sonst müssen sie selbst dafür
aufkommen. Freitags bringt die Industriemensa von Brixen das übrig gebliebene
Essen; gibt es Fisch, sind die Schwestern sehr froh, da sich dann kein Problem
zwischen den Kulturen ergibt, wie es bei Fleisch oft der Fall ist. Auch der
Kindergarten und die Volksschule von nebenan bringen die Reste ihrer
Mittagessen.
Gekocht wird hauptsächlich einfache Kost aus Südtirol, wie Knödel oder Nudeln,
wobei die Schwestern dasselbe essen, wie die Besucher der Mensa.
Falls etwas übrig bleibt, wird es für das Abendessen oder
den nächsten Tag aufbewahrt. Doch meist ist das Essen eher zu knapp. Für den
Orden ist es wichtig, dass nichts übrig bleibt. Die Besucher müssen sich in Listen
eintragen, an welchen Tagen sie an der Ausspeisung teilnehmen. Hier wird klar,
dass an Wochenenden meist mehr Besucher sind als unter der Woche und mittags
mehr als abends.
Andere
In Bozen gibt es eine italienische und eine deutsche Mensa,
die vergleichbar zu der in Brixen sind.
Im Tertiarenkloster gibt es neben der Mensa seit einiger Zeit auch einen
Waschraum, wo die Menschen ihre Wäsche hinbringen können und diese dann
gewaschen zurückbekommen. Auch eine Dusche steht für sie zur Verfügung und dies
ist, laut Schwester Martha, eine große Verbesserung der Qualität ihrer
Einrichtung.
